Schlänger Zeitung: Immanuel Block (22) Aufsteiger in die Landesliga

Immanuel Block (22) will Bundesliga-Schiedsrichter werden


Fußball, Pfeife, gelbe und rote Karte: Immanuel Block ist Schiedsrichter. Mit seinen 22 Jahren gehört der Horner, der für Fortuna Schlangen pfeift, zu den jüngsten Schiedsrichtern im Kreis Lippe. Kommende Saison darf er Landesligaspiele leiten – und das soll nicht das Ende sein.

Schlangen (SZ). Nervös sei er gewesen, hätte sich kaum getraut zu pfeifen. Das sind die Erinnerungen, die Immanuel Block an sein erstes Fußballspiel als Schiedsrichter hat. Es war ein Spiel zwischen zwei B-Jugendteams in Augustdorf. Das war vor fünf Jahren.

Heute lacht der 22-jährige Horner, der für Fortuna Schlangen pfeift, darüber. »Als Schiedsrichter wächst man mit den Erfahrungen – sowohl den guten als auch den schlechten«, erzählt mir Immanuel Block bei einem verspäteten Frühstück. Schwierig sei es für ihn bei Spielen, bei denen Freunde auf dem Platz stünden, und älteren Fußballern. »Doch wenn sie merken, dass ich kein Anfänger bin, steigt der Respekt.«

Er sei noch nie handgreiflich attackiert worden, weder von Spielern noch Zuschauern. Rufe wie »Schiri, du bist blind« gehörten zum Ligaalltag und würden von ihm ignoriert. Zudem stelle er immer wieder fest: Je höher die Liga, desto weniger verbale Attacken. Der 22-Jährige vermutet, dass die Profis eine größere Disziplin hätten, schließlich gehe es bei ihnen um mehr.

Als Probleme sieht der Borussia Dortmund-Fan »Rudelbildungen, wo es zu Geschubse kommt«. In solchen Situationen versucht der 22-Jährige einen kühlen Kopf zu bewahren und die Streithähne zu beruhigen: »Ich suche zunächst das persönliche Gespräch, bevor ich Strafen ausspreche.«

Als Schiedsrichter muss Immnauel Block in Bruchteilen von Sekunden Entscheidungen treffen. Für ihn sind die ersten 15 Minuten eines Spiels entscheidend: »Ich muss ein Spiel lesen können und mich seinem Charakter anpassen.« Er habe auch kein Problem, Fehler einzugestehen. Die diskutiere er im Nachhinein mit den Vereinsverantwortlichen bei einer Bratwurst.

Für eine Karriere als Schiedsrichter hat sich der 22-Jährige entschieden, als er nach der A-Jugend vor der Frage stand, wie es weiter geht. »Als Schiri sind die Perspektiven einfach besser«, sagt der Student der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Bielefeld. Und er schiebt gleich hinterher, dass er so weit wie möglich nach oben kommen will. »Mein Traum ist es, in der Bundesliga zu pfeifen.«

In der neuen Saison darf Immanuel Block bereits Landesligaspiele leiten. Er werde aber auch weiter in der Bezirks- und Kreisliga eingesetzt. Nur nicht bei Spielen von Fortuna Schlangen. »Das versteht sich von selbst«, sagt der 22-Jährige, der 2006 von Schiedsrichterobmann Jürgen Raatz nach Schlangen geholt wurde.

Den »Abwerbungsversuchen« seines Vaters, ihn nach Horn zu holen, hat er bislang widerstanden. »Ich fühle mich bei Fortuna wohl«, sagt der 22-Jährige und nennt als Grund das gute Umfeld. Mit Jürgen Raatz habe er einen Ansprechpartner und mit dessen gleichaltrigen Sohn Dominic einen Weggefährten. »Ich freue mich auch sehr über den Aufstieg von Fortunas Erster.« Dass er selbst einmal aktiv Fußball gespielt hat, findet er hilfreich für seine Schiri-Tätigkeit: »Ich kann mich besser in Situationen hineinversetzen und sie beurteilen.« Der 22-Jährige joggt regelmäßig, um fit zu bleiben. Er schätzt, dass er pro Spiel zwischen zwölf und 15 Kilometer zurücklegt: »Ich darf mir keine körperliche Schwäche erlauben.« Zumal er im schwarzen Trikot und mit Pfeife noch einiges vorhat. In der kommenden Woche im »Sportlerfrühstück«: Markus Fehse, Trainer des SSV Oesterholz.

@Schlänger Zeitung, 25.06.2009

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